Erste Hilfe
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Verhalten im Notfall: Erste Hilfe beim Hund

Fast jeder Hundebesitzer hat es schon mal erlebt: Ob aus Neugierde, Spiel- oder Jagdtrieb, es kann passieren, dass sich unser vierbeiniger Liebling verletzt. Eine Rangelei zwischen Hunden, die sich häufig schlimmer anhört als sie ist, endet mit Biss- oder Kratzwunden. Bei einem ausgedehnten Spaziergang oder auch im eigenen Garten hat sich der Hund eine Zecke eingehandelt. Oder er zieht sich eine Schnittwunde durch auf der Straße herumliegende spitze Gegenstände wie Glasscherben zu.

Derartige Verletzungen wollen gut versorgt werden. Wunden müssen gereinigt, desinfiziert, mit einem Verband geschützt werden. Die Zecke muss aus dem Körper. In solchen Fällen erweist sich ein Erste Hilfe Set für Hunde als praktischer Begleiter für die Erstversorgung, bevor es im Zweifel zum Tierarzt geht.

Doch was, wenn ein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt? Zum Beispiel nach einem Autounfall, Vergiftung oder bei einem Hitzschlag? Dafür sollten Sie neben einem Erste Hilfe Set für Hunde auch die wichtigen Maßnahmen einer Erstversorgung für Hunde beherrschen, bevor es dann zum Tierarzt geht. Außerdem ist es empfehlenswert, die Telefonnummer des Tierarztes bei sich zu haben, entweder als Visitenkarte in der Geldbörse oder im Handy gespeichert.

Erste Hilfe Maßnahmen bei Hunden

Zunächst einmal gilt: Ruhe bewahren. Denn Ihre Angst und Aufgeregtheit kann sich auf den Hund übertragen. Im schlimmsten Fall kann das dafür sorgen, dass er nach helfenden Händen schnappt und sich nicht anfassen lässt. Also tief einatmen und dann beginnen, den Allgemeinzustand des Hundes zu kontrollieren.

1. Messen Sie den Puls Ihres Hundes

Den Puls erfühlen Sie am besten an der Innenseite seines Oberschenkels, dicht am Hüftgelenk. Hier ertasten Sie die Oberschenkelschlagader, die Sie leicht gegen den Oberschenkel drücken. Zählen Sie 20 Sekunden lang die Schläge und multiplizieren Sie diese mit 3, um auf die Schläge pro Minute zu kommen. Allgemein lässt sich sagen, dass die Anzahl der Pulsschläge umso höher ist, je kleiner und jünger der Hund ist. Außerdem erhöhen Anstrengung, hohe Außentemperaturen und Stress den Puls.Der normale Ruhepuls liegt bei kleinen Hunden bei etwa 100 bis 120 Schlägen pro Minute, bei Hunden mittlerer Größe bei etwa 80 bis 100 Schlägen. Achten Sie außerdem auf die Qualität des Pulses. Ist der Puls des Hundes schwach, schwer tastbar und die Pulsschläge kommen in langen Abständen, kann das auf einen schwachen Blutdruck hinweisen.

2. Schauen Sie sich die Lefzen des Hundes an

Die Lefzen sollten blassrosa gefärbt sein. Farbveränderungen wie Blässe, Rötungen, bläuliche Verfärbungen oder Anlagerungen sind Krankheitsanzeichen. Beispielsweise kann eine dunkelrote Schleimhaut Anzeichen eines Hitzschlags sein. Blasse Schleimhäute können auf einen hohen Blutverlust hinweisen.

3. Messen Sie die Körpertemperatur des Hundes

Diese sollte zwischen 38 und 39 Grad liegen. Sie wird im After des Hundes gemessen. Ein Digitalthermometer mit weicher, beweglicher Spitze ist optimal und wird etwa 2 cm tief in den After eingeführt. Die Handgriffe sollten sie übrigens schon mal üben, wenn es Ihrem Hund gut geht. Dann klappt es im Ernstfall sofort und ohne Aufregung, sowohl bei Ihnen als auch bei Ihrem Hund. Auch hier gilt wieder, dass kleiner und jüngere Tiere eine etwas höhere Temperatur haben können, außerdem erhöhen Stress, hohe Umgebungstemperaturen und Anstrengung die Körpertemperatur des Hundes.

Eine deutlich erhöhte Temperatur, also Fieber kann ein Symptom für eine Allgemeinerkrankung, schwere Verletzung, Schockzustand oder auch Vergiftung sein.

Um eine Situation schnell einschätzen zu können, sollten Sie die Normalwerte Ihres Hundes kennen, die Sie am besten im gesunden Normalzustand und spielerisch bei ihm messen.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen bei einem Unfall des Hundes

Wenn Ihr Hund angefahren wurde, sichern Sie zuerst die Unfallstelle und sorgen Sie dafür, dass der Hund nicht weglaufen kann. Legen Sie ihm dann als Vorsichtsmaßnahme eine Schlinge oder einen Maulkorb um das Maul, damit er nicht aus Panik um sich beißt. Rufen Sie Ihren Tierarzt an und kündigen Sie Ihr Kommen an. Schildern Sie ihm kurz und präzise, was vorgefallen ist.

Machen Sie den Hund dann transportfähig. Dazu sollte der Hund auf einem festen Untergrund, in stabiler Seitenlage liegen. Der Mund ist bei einem bewusstlosen Hund geöffnet, die Zunge hängt heraus, damit Erbrochenes und Blut ablaufen können. Dabei wird der Hund grundsätzlich auf die nicht verletzte Seite gelegt. Wenn sich der Hund in einem Schockzustand befindet, wird er auf seine rechte Seite gelegt. Ein Karton oder die herausgenommenen Hutablage aus dem Auto können hier kurzfristig Verwendung finden. Fixieren Sie den Hund mit einem Gürtel oder Verbandszeug und los geht’s zum Tierarzt.

Wenn Ihr Hund das Bewusstsein verloren hat, müssen Sie lebensrettende Sofort-Maßnahmen ergreifen: Ziehen Sie seine Zunge aus dem Fang und machen Sie die Atemwege frei. Danach Beatmen. Das funktioniert ähnlich wie beim Menschen: Luft in die Nase pusten (ggf. mit einem Tuch dazwischen) und dabei den Fang zuhalten.

Bei Blutungen heißt es: Druckverband anlegen. Das kann im Notfall auch eine Schicht von Papiertaschentüchern und dadrüber ein Tuch oder Shirt sein, das fest um das blutende Körperteil des Hundes geknotet wird.

Im Falle eines Herzstillstandes führen Sie eine Herzdruckmassage durch. Dazu üben Sie rhythmisch Druck auf den Brustkorb dicht hinter dem Ellbogen in Herznähe aus. Bei großen Hunden nutzen Sie den Handballen, bei kleinen Rassen die Daumen. Auf 5 Druckstöße folgt ein Atemstoß bzw. auf 10 bis 15 Druckstöße folgen 2 Atemstöße.

Um für solche extremen Situationen gerüstet zu sein, nehmen Sie am besten an einem Erste-Hilfe Kurs für Hunde teil. Auch die regelmäßige Wiederholung der wichtigsten Handgriffe ist sinnvoll. Und wichtig: Üben Sie eine Herzdruckmassage auf keinen Fall am lebenden Hund! Halten Sie immer ein Erste Hilfe Set für Hunde bereit.